Nach einem Jahr intensiver Recherche, unzähligen Treffen und einer
erfolgreichen Spendenaktion konnten neun Schülerinnen unserer Schule
am 6. Oktober 2026 einen Stolperstein für Paul Meinhardt verlegen.
Mit großem Engagement haben sie sich gemeinsam mit dem
Erich-Zeigner-Haus e. V. auf die Spuren seines Lebens begeben und
damit einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur geleistet.
Die Würdigung dieses besonderen Engagements kommt in der Rede
anlässlich der Stolpersteinverlegung unseres stellvertretenden
Schulleiters, Herrn Morgenstern, zum Ausdruck:
Wir sollen stolpern …
Über unser Tagesbewusstsein, unsere Fokussierung, unsere
Verdrängung.
Wir sollen uns erinnern …
An Vergangenes, an Personen der Vergangenheit, an unsere Geschichte,
ohne die wir nicht im Hier und heute wären,
wir sollen uns umdrehen,
ehe uns die Entwicklung – wir nennen es Fortschritt – mit sich
reißt und wir nur Objekte eines Windes sind, der uns aus dem
Vergangenen weg-zieht.
Dafür wurde heute hier ein Stolperstein verlegt. Er soll uns
erinnern, mahnen, unsere Geschichte nicht zu vergessen, unsere Lehren
zu ziehen – das Leben zu würdigen.
Wir sollen über ihn stolpern … Wir sollen das Leben eines Mannes
feiern, der im dunkelsten Kapitel unserer Geschichte den Kampf um ein
menschenwürdiges Sein gegen ein menschenverachtendes System verloren
hat.
Mögen viele Menschen hier an dieser Stelle stolpern, sich umdrehen,
staunen oder auch nur zur Kenntnis nehmen, dass dieser Ort, hier
mitten in Leipzig Geschichte in sich trägt, verknüpft mit dem
Schicksal von Paul Meinhardt, stellvertretend viele andere einzelne
und doch vergleichbare Schicksale dieser Zeit.
Diese Form des Erinnerns hat am Immanuel-Kant-Gymnasium eine lange
Tradition. Nicht das erste Mal wird mit Hilfe von Schülerinnen und
Schülern unserer Schule ein Stolperstein verlegt und somit Geschichte
lebendig und das Leben gewürdigt, ganz im Sinne auch des Namensgebers
unseres Gymnasiums.
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich und tief bei allen
bedanken, die auf diesen heutigen Tag hingearbeitet haben:
Dem Erich-Zeigner-Haus und im besonderen hier Herr Mäbert,
bei meinem Kollegen Lars Klein, der mit den Schülern den Prozess
geleitet und begleitet hat und nicht zuletzt
allen Schülerinnen und Schülern der Arbeitsgruppe, die ein Jahr
lang, geforscht, recherchiert haben, die Gelder akquiriert haben und
letztlich das Projekt Stolperstein für Paul Meinhardt ermöglicht
haben;
Last but not least, auch beim Stadtrat der Stadt Leipzig, der bereit
war und ist, diese Form des Erinnerns hier in dieser Stadt zu
ermöglichen.

