Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts und Kunst des 16.-18. Jahrhunderts

Schließlich betraten wir das zweite Geschoss, in dem sich die Bilder aus dem 15. und 16. Jahrhundert sowie aus dem 16.-18. Jahrhundert befinden.

Dieser Teil der Ausstellung dominiert durch kirchliche Gemälde: von Engeln und Göttern über Jesus Christus ist alles vertreten. Eines dieser Bilder ist z.B. „Der Schmerzensmann“ von Meister Francke. Auf dem Gemälde sieht man Jesus Christus, der von einem Engel gestützt wird und seine Wunden präsentiert. Das Bild hat einen sehr eigenwilligen Zeichenstil, an den man sich erst gewöhnen muss. Man erkennt das Leiden von Jesus Christus an seinem schräg gelegten Kopf, den ausgemergelten Armen, der blutenden Seitenwunde und der leichenblassen Haut. Das Bild war auf jeden Fall sehr beeindruckend, auch wenn nicht jeder den Zeichenstil mochte.

Ein anderes sehr beeindruckendes Bild, das wir gesehen haben, hieß „Sturz des Phaeton“ und wurde von Joseph Heintz d.Ä. gemalt. Auf dem Bild sieht man einen nackten Mann vom Himmel stürzen. Dieser Mann ist Phaeton, der von Zeus, den man am oberen Bildrand sieht, mit einem Blitz erschlagen wird. Unten sehen wir verschiedene Frauen am Boden, die Heliaden, die um den Tod ihres Bruders weinen. Das Bild ist sehr detailliert und freizügig gemalt. Man erfasst nicht alles sofort, sondern muss es sich erst eine Weile anschauen und überlegen, was genau das Bild alles darstellt. Das Gemälde hat eine ganz eigene und besondere, auch mystische, Anziehung auf seinen Betrachter.

Schließlich gab es noch ein drittes Gemälde, was uns aus diesem Teil der Ausstellung im Gedächtnis blieb: „Alte Frau am Fenster“ von Bartholomeus van der Helst. Auf dem Bild sieht man eine alte Frau, die unzählige Falten in ihrem Gesicht hat. Sie trägt eine modische Jacke in leuchtend rotem Samt mit weißem Hermelinbesatz. Im Hintergrund sieht man eine geöffnete Tür, die den blauen Himmel und einige Wolken so zeigt. Um das Gemälde ist ein Bilderrahmen gemalt, auf den sich die Frau aufstützt. Ein goldener Vorhang hängt an dem gemalten Bilderrahmen. Es wirkt tatsächlich so, als ob die Frau jeden Moment aus dem Bild steige. Die geöffnete Tür wirkt wie eine Einladung, ihr zu folgen. Das Gemälde ist sehr detailreich und realistisch gemalt. Es besitzt eine ganz eigene Anziehungskraft und man vergisst es nicht so schnell.

Man sieht also, dass dieser Teil des Museum vor allem kirchliche Gemälde enthält, die oft sehr freizügig sind, allerdings auch Bilder von scheinbar ganz normalen Menschen. Es ist auch erstaunlich, wie sehr sich unsere heutige Kunst von damals unterscheidet.